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Mittwoch, 18. September. Der heutige Tag war zu unserer freien Verfügung eingeplant.

Toskanischer Traum

In einer der viel zu kurzen Nächte in unseren Betten in Florenz träumten wir drei einen gemeinsamen Traum und machten eine Reise durch die Toskana.

Der Anfangsort unseres Kurztrips war natürlich unser Hotel in Florenz. Unser erstes Ziel war die Ponte Vecchio, die über den Arno führt.

Die Ponte Vecchio bei Nacht. Wer sich auf eine der beiden 3 x 5 Meter großen Pfeilervorlagen der benachbarten Ponte Santa Trinita setzt, kann sich in aller Stille auf ein besonderes Schauspiel einlassen: Abhängig von der Windstärke verändert sich die faszinierende Spiegelung von Brücke und Straßenlicht.

Auf dieser Brücke befinden sich 36 Juweliergeschäfte, in denen wir uns Diamenten in allen Variationen, Größen und Formen zulegten, so dass unsere Reisekasse fast erschöpft war.
Infolgedessen stellten wir uns auf den Domvorplatz »Piazza del Duomo« und sangen aus Leibeskräften »Azzurro«, um uns das Besteigen des Domturms zu verdienen. Nach anstrengenden 414 Stufen kamen wir erschöpft oben an und genossen die Aussicht.
Da wir durch unsere Gesangseinlage genug verdient hatten, wollten wir neben dem florentinischen Flair noch etwas anderes kennenlernen und entschieden uns für eine Busreise nach Lucca. Nach der anstrengenden Fahrt ließen wir unseren kindischen Veranlagungen freien Lauf und balancierten auf der 12 Meter hohen und 4,2 Kilometer langen Mauer entlang. Von dort aus erblickten wir die Kirche »San Michele« mit der Statue des Erzengels Michael - flankiert von zwei Drachen. Christine war so ergriffen, dass sie zu ihnen emporklettern musste. Da wir die Kirche unbedingt besichtigen wollten, mussten wir trotz brennender Hitze unsere Strickjacken aus den Rucksäcken kramen, weil auch hier die Vorschrift der Schulterbedeckung galt.

Mit voller Energie begaben wir uns nach Pisa, um den Schiefen Turm zu richten. Jedoch mussten wir feststellen, dass dieser seit 1990, dem Jahr der Fußball-WM in Italien, gesperrt ist und wir nur bis auf 10 Meter an ihn herangelassen wurden.
Zur nächsten Stadt fuhren wir mit unseren gemieteten Vespas, die in Pisa entworfen und gebaut wurden.
Vorbei an den zahlreichen Kanälen landeten wir in der Innenstadt von Livorno. Von dem mächtigen Bauwerk der Medici »Fortezza Vecchia« wurden wir fast erschlagen. Ein kurzes Bad im Mittelmeer sollte uns die nötige Erfrischung bereiten.
Weiter ging es nach Siena, ins Herz der Toskana. In der Mitte des muschelförmigen Rathausplatzes »Il Campo« legten wir uns in die Sonne, um uns zu erholen und aßen eine Pizza Margherita. Gestärkt stiegen wir zu dem auf einem Hügel liegenden, marmornen, schwarz-weiß-gemusterten und zebraähnlichen Dom hinauf.

Blick auf die Piazza del Campo und den Palazzo Pubblico

Der Duomo, eine der wenigen gotischen Kirchen Italiens

Von der in Siena ansässigen Musikschule, die eine der berühmtesten Italiens ist, war Nina so begeistert, dass sie hier unbedingt Klavierspielen lernen wollte.
In Arezzo suchten wir schließlich nach einem Klavier.
Von dem »Pieve di Santa Maria«, auch »Turm der hundert Löcher« genannt, waren wir so begeistert, dass wir das Klavier ganz vergaßen. Große Begeisterung löste bei uns auch der große Antiquitätenmarkt aus, der regelmäßig auf dem »Piazza Grande« stattfindet.
Die vorletzte Station unserer Traumreise war Prato, die auch liebevoll "Lumpenstadt" benannt wird., da hier Lumpen neu verarbeitet werden. Um uns ihre Redekunst zu beweisen, stieg Stefanie auf die Außenkanzel des Doms und versetzte den ganzen Platz in helle Begeisterung.
In der Abenddämmerung erreichten wir schließlich Volterra. Durch die hohe Lage wurden wir ein letztes Mal körperlich gefordert. Oben angekommen standen wir schon in der Mitte des »Piazza dei Priori«. Diesem steht der »Porcellino-Turm« gegenüber, der nach einem Ferkel benannt wurde, das auf einem Sockel thront.

Während wir begeistert zum Ferkel hinaufblickten, hörten wir ein lautes Piepen. Es war das Klingeln des Telefons, dass uns aus den Träumen riss. Arne rief uns mit dem Hany an und sagte: "Es gibt Frühstück, kommt aus Volterra zurück. Aber »Pronto« !"

Christine Baumgarten, Nina Galwas, Stefanie Kröff.

 

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