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aus Delmenhorst und anderswo !

Freitag, 10. September. Die Studienfahrt näherst sich ihrem Ende. Noch einmal genießen wir die Stadt Florenz mit ihren Kunstschätzen , ihrer Architektur und Kultur.

 

Florenz und die Medici

Freitag, Abfahrtstag. Ein Blick in die Uffizien lässt uns für einen Moment die Gegenwart vergessen und die Geschichte der florentinischen Renaissance vor unseren Augen wiederauferstehen. Weder die Uffizien noch die in ihnen beherbergte Kunst wären denkbar ohne die Medici. Die Mitglieder dieser Familie hatten ein mächtiges Handels- und Bankenimperium aufgebaut, das in allen damals bedeutenden Handelszentren Niederlassungen unterhielten.

Ein Blick in die Uffizien

Die Uffizien zählen zu den bedeutendsten Museen der Welt. Ursprünglich sollte das Gebäude der Verwaltung und der Gerichtsbarkeit (uffici) dienen. Cosimo I. de Medici beauftragte Vasari, einen berühmten Architekten, das Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Schon für die Medici dienten die Uffizien als Halle zum Lustwandeln zwischen Skulpturen und anderen Kunstgegenständen. Die Medici herrschten drei Jahrhunderte über Florenz und besaßen eine für die Reichen damals typische Sammelleidenschaft. Geschenke aus diplomatischen Beziehungen, Mitgiften und Erbschaften vervollständigten die beeindruckende Sammlung. Später, nachdem die Dynastie der Medici ihr Ende gefunden hatte, vermachte die letzte Erbin die Medici-Schätze dem Volk von Florenz und somit der gesamten Öffentlichkeit. Und die kann sich heute immer noch an den Kunstwerken namhafter Meister wie z.B. Titian, Botticelli, Leonardo da Vinci, Albrecht Dürer und Fra Filippo Lippi erfreuen.

 

 

 

  Auf dem Weg in die Ausstellungsräume musste ich mich in die lange Besucherschlange vor dem Eingang einreihen und wäre in Abschätzung der Wartezeit am liebsten wieder umgedreht. Ich hatte jedoch Glück und musste nur ca. 30 Minuten warten, bis ich die heiligen Hallen betreten durfte. Schon die Korridore mit ihren Deckenfresken bescherten mir einen ersten Eindruck von der überragenden Schaffenskraft der damaligen Künstler. Aber es sollte noch besser kommen: Die Säle mit den "richtigen" Kunstwerken sprich Gemälden der Maler, auf die ich mich so gefreut hatte.
Beachtenswert erschien mir der Realismus im Portrait des Herzogs von Urbino. Piero della Francesca scheute sich nicht die Hakennase des Monarchen abzubilden. Die Nase soll durch einen Schwerthieb verunstaltet worden sein. Etwas abgelenkt durch die ungewöhnliche Darstellung fiel mir das für mich fast schönste Gemälde in den Uffizien, Fra Filippo Lippis "Madonna mit dem Kinde und zwei Engeln" nicht auf. Das anmutige Profil der mit Perlen geschmückten Madonna ist wirklich faszinierend.
Einige Säle weiter wurde ich fast erschlagen von Botticellis "Geburt der Venus". Dies ist übrigens eines der berühmntesten Gemälde der ganzen Sammlung,. Dementsprechend groß war infolgedessen auch die Menschenmasse davor. Aber schließlich konnte ich doch noch mein Foto schießen.

Ein letztes Highlight für mich war Tizians "Venus von Urbino", die in einem der letzten Säle zu finden ist. Die freizügige Darstellung war für die damalige Zeit ziemlich gewagt. Auch heute noch wirkt ihr Lächeln auf den Betrachter sehr verführerisch.
Alles in allem sollte man sich genügend Zeit für den Besuch der Uffizien nehmen, um alle Bilder entsprechend würdigen zu können. Ich für meinen Teil fühlte mich zuerst wie erschlagen von der Fülle der Kunstwerke, so dass ich mir nur die berühmtesten Kunstwerke lange und genauer angesehen habe. Dadurch konnte ich wenigstens diese im Gedächtnis behalten.

Fazit: Ein tolles Erlebnis! Unbedingt sehenswert und mit Recht eines der schönsten Museen der Welt genannt !

   

Gabriele Seemann (18)

 

Lustwandeln im Giardino di Boboli - am Palazzo Pitti

Bisher tauchte der Name des über 300 Jahre die Geschicke der Stadt bestimmenden Geschlechts vielerorts auf. Wir versprachen uns daher heute, durch die Besichtigung des Anwesens einen fassbaren Eindruck von einer Familie neureicher Kaufleute zu gewinnen, die zwei Päpste und zwei Königinnen hervorbrachten und bis 1737 als Großherzöge über Florenz herrschten.


Als erstes suchten wir den Palazzo Pitti auf, Wohnsitz der Medici und und mit seiner 205 Meter langen Fassade der größte und mächtigste Renaissancepalast. Die Medici kauften das Objekt groteskerweise jenem Bankier Luca Pitti ab, der ihnen mit dem Bau erst die Stirn bieten wollte, sich dann aber unter der Last der Kosten zum Aufgeben gezwungen sah.
Doch leider mussten wir angesichts einer endlosen Schlange vor dem Portal des grandiose Kunstschätze bergenden Monumentalbaus von unserem Vorhaben ablassen.

 

 

 

 

Wir begnügten uns mit Informationen wie z. B., dass in diesem Haus auch "Euridice", die erste vollständig erhaltene und von Jacopo Peri komponierte Oper uraufgeführt worden sei. Peri gelte als Erfinder der Oper. Seine "Dafne", die als erstes Werk dieser Gattung angesehen werde, sei jedoch nur in Teilen überliefert. Sie soll hingegen zuerst im Palazzo Corsi zur Aufführung gekommen sein. Im Hause Corsi pflegte nämlich die Camerata Florentina zu tagen, ein Diskussionszirkel von Intellektuellen, denen es erst gegen Ende der Renaissance gelungen sei, ihr musikästhetisches Ideal auf die griechische Antike zu beziehen. So hätten sie die Auffassung vertreten, dass die Texte der griechischen Tragödie gesungen worden seien.

 An der Rückseite des Palazzo Pitti schließt sich der Boboli-Hang an. Hier verzauberte uns eine der schönsten Gartenanlagen all'italia mit Brunnen, einer Zypressenallee, Grotten und einem Amphiteather. Über einen beeindruckend großen Vorplatz tauchten wir in die grüne Laubwelt ein. Kaum ein Stückchen Himmel war mehr zu sehen, als wir in romantischen Laubgängen langsam, wie in einem Labyrinth, bergauf stiegen. Oben erwartete uns der erste Aussichtspunkt mit Blick in Richtung Norden. Hier verbrachten wir eine halbe Stunde Sonne tankend in luftiger Höhe, bis wir weiter zu einem riesigen Springbrunnen wandelten. Auf einer höher gelegenen Terrasse hatten wir einen herrlichen Blick auf Florenz und Umgebung. Sicherlich haben wir lange nicht alle Ecken dieses zauberhaften Gartens kennengelernt, allerdings reichten die kurzen Impressionen schon aus, eine Vorstellung von der Pracht und Schönheit der Anlage zu gewinnen, aber auch ein beklemmendes Gefühl darüber, welche Macht die Medici besessen haben mussten.  

 

 

Jutta Mehnert (18)

 

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